Steirische Hagelabwehr


Direkt zum Seiteninhalt

Wetterradar

Die Effektivität der präventiven Hagelabwehr hängt ganz entscheidend vom rechtzeitigen Erkennen hagelträchtiger Gewitterwolken ab. Aus diesem Grund entstand schon Mitte der 90-er-Jahre der Wunsch, die im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes der Technischen Universität Graz zur Verfügung stehenden Daten des Wetterradarverbundes Österreich der Austro Control in kürzeren Abständen zu erhalten. Der einzige Weg, den Takt der Wetterradardaten zu erhöhen, war die Anschaffung eines eigenen Wetterradars.

Im Jahre 2000 gelang es, die Finanzierung des Ankaufes einer eigenen Wetterradarstation durch laufende Beiträge der Mitgliedsgemeinden, angesparte Eigenmittel und eine Förderungszusage des Landes Steiermark durch Frau Landeshauptmann Klasnic sicher zu stellen. Ausschlaggebend für die Errichtung der neuen Wetterradaranlage auf der Reicherhöhe, Gemeinde Übelbach, war nicht nur die geographisch günstige Lage, sondern auch der Umstand, dass auf der Reicherhöhe bereits seit dem Jahr 1982 eine geprüfte Wetterstation des Flugwetterdienstes der Austro Control eingerichtet ist, von der der Flugwetterdienst am Flughafen Graz-Thalerhof die Wetterdaten täglich zu jeder vollen Stunde abruft.

Die folgende Zeit war geprägt von intensiven Vorbereitungs-, Verhandlungs- und Ausführungstätigkeiten. Im Frühjahr 2001 konnte der Vertrag mit dem Grundeigentümer abgeschlossen werden. Im Herbst 2001 kam es sodann zum Kauf des Wetterradarsystem AWRS 2001C-D des Slowenischen Radarherstellers GVD d. o. o.. Dieses Unternehmen zeichnete sich aus durch eine mehr als 10-jährige erfolgreiche Tätigkeit bei der Errichtung von Wetterradarsystemen sowie die Qualität und Erschwinglichkeit seiner Produkte. Im Jahr 2002 gelang es, uns auch durch den selbstlosen Einsatz der Vorstandsmitglieder die gesamte Infrastruktur mit Turm und Leitungssystemen zu schaffen. Im November 2002 konnten wir das Wetterradar importieren, witterungsbedingt erfolgte die Installation jedoch erst im Frühjahr 2003.



Zu Beginn der Hagelabwehrsaison 2003 konnten wir den Probebetrieb mit dem neuen Wetterradar aufnehmen. Damit begann eine neue Epoche der präventiven Hagelabwehrtätigkeit der Steirischen Hagelabwehrgenossenschaft. Mit der vom Radarhersteller entwickelten Software SUPRAS 7 RC waren wir in der Lage, das Radar von der Einsatzleitung am Flugplatz Unterfladnitz bei Weiz fernzusteuern und schon nach einer kurzen Zeit gelang es, die Taktfrequenz der Wetterradardaten auf ca. 3 Minuten zu reduzieren. Dies war ein ganz entscheidender Schritt zur Steigerung der Effizienz der präventiven Hagelabwehr.

Technische Daten des Wetterradars auf der Reicherhöhe:

Typ Advanced Weather Radar System AWRS 2001C-D C-band Doppler-Radar
Hersteller GVD d. o. o. , Goricane 8D, 1215 Medvode, Slowenien
Frequenzbereich 5400 - 5700 MHz
Antenne Durchmesser 2,56 m, 0 - 10 Umdrehungen pro Minute
Polarisation horizontal, vertikal
Messradius bis zu 100 km
Empfänger Digital Doppler Receiver RVP7
Videoprozessor Doppler Radar Video Processor RVP7
Software SUPRAS 7 RC (remote control)
Steuerpulte Hauptkonsole beim Radar und Fernbedienungskonsole am Flugplatz Weiz in Unterfladnitz

Mit diesem Radar können je nach Bedarf verschiedene Radarbilder erzeugt werden: z.B. PPI - Bilder (Abkürzung für „Plan Position Indicator“. Bezeichnet ein Messverfahren und anschließende Darstellung, bei der die Radarantenne auf einen bestimmten Höhenwinkel gestellt wird und dann einmal im Kreis fährt.), RHI-Bilder (Schnitte) oder Doppler-Bilder (Mit Hilfe des Doppler-Effekts können speziell ausgerüstete Radargeräte die Geschwindigkeitskomponente bestimmen, mit der sich Zielobjekte auf das Radar zu bewegen bzw. von ihm entfernen (radiale Geschwindigkeit)).

Interessante Bilder:

> Dieses Bild zeigt eine Rundsicht des Hagelereignisses vom 9. August 2004 im Bereich St. Rupprecht a. d. Raab und Gleisdorf.

Standort: Reicherhöhe, Gemeinde Übelbach
Geographische Länge: 15° 14’ 42,01’’ Ost
Geographische Breite: 47° 14’ 18,22’’ Nord
Höhe über NN ca. 1100 m

Quelle: GIS Steiermark; Das Radar befindet sich auf der mit einem + gekennzeichneten Fläche, links vom Balken mit den geographischen Koordinaten. Das Luftbild wurde zu einem Zeitpunkt aufgenommen als erst die Betongrundplatte vorhanden war.

Ausblick vom Radarturm in Richtung Norden mit Hochlantsch und Roter Wand.


Ausblick vom Radarturm in Richtung Süden mit Sicht bis Slowenien.

Bilder von der Aufstellung des Radars:


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü